Das Elend mit dem E-Lernen
E-Learning gilt als kostensparende und effiziente Möglichkeit, Mitarbeiter zu schulen und zu qualifizieren. Ob Sprachkurs oder Bürosoftware: Weltweit investierten IT-Firmen in die Entwicklung von E-Learning-Programmen. Eine neue Studie aus Großbritannien kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass der Einsatz von E-Learning in der beruflichen Weiterbildung nur selten zur Steigerung von Produktivität und Erfolg beiträgt. Die Studie untersuchte mehr als 600 Firmen zum Thema Weiterbildung und befragte 3000 Angestellte, die sich im Job mit E-Learning-Angeboten fortgebildet haben.
Dennoch scheint die Idee vom lebenslangen Lernen nicht gescheitert. E-Learning als Methode der beruflichen Qualifizierung wird in Deutschland in zwei Dritteln aller Unternehmen eingesetzt. Und dies mit zunehmendem Erfolg. Entscheidend bleibt jedoch die Motivation der Mitarbeiter an solchen neuen Formen der Weiterbildung teilzunehmen.
Dass der Einsatz von E-Learning-Programmen nicht erfolgreich ist, liegt nach Ansicht der Wissenschaftler jedoch nicht an den Programmen, sondern an der Art und Weise, wie Unternehmen sie einsetzen. “Die meisten Firmen wollen mehr für weniger. Sie wollen mehr Erfolg, Innovation und Gewinn bei weniger Zeit, Personal und Kosten”, sagt Laura Overton. Firmen führen neue Arbeitssysteme ein, um Personal abzubauen und Kosten zu sparen. Diejenigen, die im Unternehmen bleiben, müssen den Umgang mit neuen Techniken lernen, ob sie wollen oder nicht. Eingespielte Arbeitsabläufe werden zerstört. Das frustriert die Mitarbeiter, die Produktivität sinkt, die Offenheit etwas Neues zu lernen, ebenfalls.
(Quelle ZEIT Online)
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