Warum Unternehmen twittern müssen

Von Stefan Cordes • 15. Januar 2010

In einem Handelsblatt Interview erläutert Nicole Simon, Buchautorin und Expertin für den Microblogging-Dienst, die Chancen und und Grenzen von Twitter in Unternehmen. Am Beispiel des IBM Konzerns skizziert Frau Simon die Chancen von Kundenbindung und mehr Umsatz durch den Einsatz von Social Media.

In Unternehmen wie IBM darf fast jeder twitterartige Werkzeuge nutzen. Jeder Mitarbeiter, der neu anfängt, bekommt gleich zu Beginn seinen eigenen internen Account, der irgendwann auch extern werden kann. So läuft es auf der einen Seite des Spektrums. Auf der anderen Seite steht nicht die Frage: Soll ich twittern oder nicht? Sondern die Frage lautet: Wie gehe ich mit diesen neuen Medien um? Wie erreiche ich meine Kunden und die Presse? Wo sind meine Kunden und die Presse unterwegs? Denn wenn meine Kunden zum Beispiel den ganzen Tag bei Twitter oder in einem Forum über mich reden und ich nicht Teil dieser Unterhaltung bin, dann habe ich ein Problem. Ich habe zwar nicht unbedingt direkte Auswirkungen, aber wenn meine Konkurrenz dort unterwegs ist, hat die Konkurrenz eine Chance, die Kunden an sich anders zu binden und mir damit Geschäfte wegzunehmen. Langfristig ist die Investition in Social Media eine Investition in Kundenkommunikation und Kundenbindung. Und dazu gehört auch Twitter. Wenn alle meine Mitbewerber auf diesem Kanal aktiv sind und ich nicht, dann werde ich unsichtbar.

Dabei macht ein Twitter Account nicht in jeder Branche Sinn. Dennoch sollte jedes Unternehmen, die wenigstens  eine Person für Presse- oder Öffentlichkeitsarbeit beschäftigt, auch über diese neue Form der Kommunikation nachdenken.

Grundsätzlich unterstreicht die Autorin, dass eine restriktive Sperrung solcher Webangebote und -dienste (IP Sperren, Port Sperren) wenig sinnvoll ist und nicht unbedingt zu einer transparenten und vertrauensvollen Unternhemenskultur beiträgt. Denn: “Wenn man aber die Mitarbeiter nicht vernünftig so leiten kann, dass sie die Werkzeuge, die ihnen zur Verfügung stehen, verwenden können, dann hat man noch ganz andere Probleme.”
(Quelle: Handelsblatt)

Kommentare

Fakt wird wohl sein, dass es eben Unternehmen mit “ganz andere(n) Probleme(n)” gibt. Die Unternehmenskultur und Loyalitaet des Arbeitnehmers ist nicht ueberall ausgepraegt, und trotzdem muss mit neuen Medien umgegangen werden. Vielleicht ist das obige Beispiel ein Ausreisser, also nicht als typisch einzustufen…

 

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