Die Nachricht des Tages war ja eigentlich, dass das streng- und bestgehütete Geheimnis der Coca-Cola Formel gelüftet ist. Eine Radiomoderatorin wollte ein Zettelchen mit allerlei Ingredienzien zugespielt bekommen haben. Am Ende schmeckte die nach der vermeintlichen Rezeptur gemischte Limonade wohl eher recht fad.

Die Nachricht des  Tages war aber vielleicht auch, dass Google plant, in Berlin ein Forschungsinstitut zu gründen, das sich mit gesellschaftlichen und politischen Implikationen des Internet beschäftigen soll. Tolle Nachricht und was für ein Geschenk  für den Standort Berlin! Ich bin gespannt!

Die Nachricht des Tages war aber auch ein bisschen, dass der (Noch-)Chef des Konzerns, Eric Schmidt, einen Gastvortrag zum Thema Zukunft und Internet an der Humboldt Universität zu Berlin halten würde. Um ausdrückliche Anmeldung wurde gebeten und mit vollen Sälen gerechnet. Berliner Twitterer und Twitterinnen waren sehr aufgeregt und die Zahl der Interessierten im klug ausgeleuchteten Audimax der Humboldt beachtlich.

Herr Schmidt kam bescheiden und gut gelaunt auf die Bühne, lobte die deutsche Ingenieurskunst auch dann noch, als nahezu alle ihm eiligst dargereichten Mikrofone ausfielen und er sich am End mit einem kabelgebundenen(!) Gerät begnügen musste. Er liebt Berlin und insbesondere die Tradition von Denken und Diskurs an der gastgebenden Institution. Daher also der naheliegende Grund, Berlin als Ort des zukünftigen Forschens zum Internet zu wählen. Auch für die klagende Zunft der  Damen und Herren Verleger hatte er ein Präsent dabei: ein neues Google Produkt namens “One-Pass“. Das  ermöglicht Verlegern nun für ihre qualitativ hochwertigen Produkte (Artikel) monetäre Zuwendungen zu erhalten. Google selbst, betont Herr Schmidt, verdient nur ein bisschen an der Werbung.

Darüberhinaus lobhudelte der Boss das Internet, betonte dessen Möglichkeiten von Transparenz, Teilhabe und Schnelligkeit. Das mobile Netz wächst derzeit 8 mal schneller als das Internet in den 90er Jahren. Alle haben bald ein Smartphone und Deutschland sei Spitze, wenn es um die Anmeldung von Android Handy im Google Market geht. Fast hat man den Eindruck, er möchte ganz viel gute Laune verbreiten, nachdem sich Deutschland so arg über StreetView und Datenschutz erregte…

Endlich hilft Google den Menschen!

“Denken Sie an Ägypten und Speak to Tweet. Wir haben das einfach mal gemacht!” Einfach mal ein Unternehmen gekauft und über das Wochenende die Applikation gebastelt!
Alles ist möglich und (fast) alles ist gut.

Denn:
“Du bist nicht allein! Denn du hast das Internet, die Chats, die Foren, Facebook!”
“Du verirrst dich nicht! Denn du hast dein Android Handy mit Google Maps und Navigation. Du bist doch dumm, wenn du dein Handy ausschaltest, wenn du dich verirrt hast!”
“Du wirst nie wieder vergessen! Denn dein Computer weiß, was du wissen musst!”

Ein netter Kerl der Herr Schmidt, leger locker und (bis weilen) lustig. Hab ich den also auch mal gesehen!

Die Nachricht des Tages aber war: Der FC St. Pauli gewinnt nach 33 Jahren wieder einmal gegen den HSV!

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